Die Kunst der Achtsamkeit

Achtsamkeitspraktiken erzielen derzeit eine besondere Aufmerksamkeit in einem beruflichen Umfeld, das von hoher Leistungserwartung in großer Komplexität gekennzeichnet ist. Erschöpfung und Burnout war und bleibt eines der zentralen Themen in der Managementdiskussion.

Die heilsame Wirkung von Achtsamkeitsansätzen für gesundheitliche Prophylaxe und Rehabilitation, insbesondere in der Stressverarbeitung, ist inzwischen unumstritten. Verschiedene Formen der Meditation und das Konzept der „achtsamkeitsbasierten Stressbewältigung“ (MBSR: Mindfully Based Stress Reduc- tion) von Jon Kabat-Zinn konnten das deutlich zeigen. Der MBSR- Ansatz hat seit 1970 Erfahrungen mit Achtsamkeitstechniken im säkularen Bereich und hat dies auch ausführlich wissenschaftlich beforscht.

Ursprünglich entstammt der Begriff „Achtsamkeit“ der buddhistischen Tradition. Er bezeichnet sowohl ei- ne Haltung im alltäglichen Leben als auch eine bestimmte Form übender Praxis. Er erfährt zunehmend auch im Westen Anerkennung und Aufmerksamkeit, die von seinen spirituellen Wurzeln unabhängig ist.

Wir verstehen im Zusammenhang dieser Weiterbildung Achtsamkeit als eine Haltung, in der eine erhöhte Wahrnehmungsfähigkeit erreicht wird, ohne dabei in das Wahrgenommene involviert zu sein, d.h. ohne es sofort abzulehnen oder gut zu heißen, es zu bewerten. Es erschließt sich nicht sofort, dass dies eine der wesentlichen Voraussetzungen dafür ist, aus störenden, hinderlichen oder destruktiven Mustern aus- steigen zu können. „Das paradoxe Gesetz der Veränderung“ wurde aber auch in der westlichen humanistischen Psychologie inzwischen erkannt. Es besagt, dass psychisch-mentale Veränderung erst dann wirklich und in der Tiefe, gelingt, wenn das willentliche Streben nach Veränderung losgelassen werden kann. In unserer auf operatives Funktionieren ausgerichteten normalen Arbeits- und Lebenshaltung liegt dies erst einmal nicht nahe. Wir funktionieren überwiegend im „Autopiloten-Modus“, der es uns erlaubt, „effektiv“ zu sein. Der gegensätzliche Modus von „sich sein lassen“, der mit dem westlichen Begriff der „Muße“ assoziiert werden kann, muss oft erst wieder entdeckt und eingeübt werden. Als Meditation oder Kontemplation kann er auch losgelöst von religiöser Ausprägung erlernt und mit großem Gewinn in den beruflichen und persönlichen Alltag integriert werden.

Wer sich selbst achtsam zu begegnen lernt, wird sich in seinem Beruf weniger dazu verleiten lassen, innere Grenzen zu überschreiten. Diese können präziser wahrgenommen werden. Statt zwischen ungerichteter Wachsamkeit und Abschlaffen zu pendeln, kann „Leistung“ in der polaren Dynamik von Entspannung und Muße gewählt werden, Konzentration kann als Potential erfahren werden.
Die Kunst der Achtsamkeit braucht einen Übungsrahmen und in gewissem Umfang auch eine Anleitung, um dann in den Alltag integriert zu werden. Für diese Selbstfürsorge gibt es hilfreiche Strukturen, Techniken, „Tools“, die es zu erlernen und einzuüben gilt. Dann fließt diese Erfahrung auch in die Begegnungen in der Arbeit und im Privatleben ein.

Dipl. Psych. Dr. Reinhard Billmeier und Dr. Matthias Lauterbach haben dieses Ansatz aufbereitet und bieten verschiedene Veranstaltungen dazu an:

  1. Angeleitete Mediationen in regelmäßigen Rhythmen, die als offene Angebote seit einigen Jahren in Hannover und seit fast zwei Jahrzehnten in Hildesheim bestehen: Bewegungs-, Stil- le- und geführte Chakren-Meditationen. (Dieser Teil des Angebots kann auch vollständig unabhängig von jeder/m Interessierten kostenfrei genutzt werden).
  2. Achtsamkeitsabende, die als Kurz-Workshops verschiedene Schwerpunkte setzen im übenden Tun und durch Inputs.
  3. Zwei-Tage-Workshops, in denen jeweils bestimmte Aspekte der Achtsamkeitspraxis vertiefend erklärt, geübt und in der alltäglichen persönlichen und beruflichen Praxis verankert werden.
  4. Dreitägiges Achtsamkeits- und Meditationsretreats zur Vertiefung der Praxis und zum Erspüren und Erkennen des tieferen Potentials von Achtsamkeits-„Techniken“.

Aus diesen einzelnen Veranstaltungen ist ab 2014 ein Zyklus entworfen worden. Wer sich intensiv mit der Thematik beschäftigen möchte, kann die Einzelveranstaltungen über das Jahr auch als Zyklus belegen. Die Erfahrung zeigt, dass es gut ist, über das Jahr immer wieder „Anlässe“ zu schaffen, um sich der Achtsamkeitspraxis zu widmen. Dann hat es den größten Effekt, auch bei Menschen, die in hoch angespannten Unternehmensdynamiken und in herausfordernden Positionen arbeiten.

Infos direkt über Dr. Matthias Lauterbach